Südafrika – Teil 1
31 10 2010Am 8. Oktober sind wir von Kapstadt nach Johannesburg geflogen und haben uns dort ein Mietauto (eine VW Polo Limousine mit Stufenheck – gibt’s die bei uns überhaupt?) genommen. Zuerst haben wir das wirklich beeindruckende Apartheid Museum besucht und dann die Nacht in Soweto verbracht. Soweto ist die größte Township in Südafrika und war das Zentrum des Widerstandes gegen das Apartheid Regime. Nelson Mandela hatte dort ein Haus (heute ein Museum) in der Vilakarzi Road nur 100 Meter vom Haus von Erzbischof Tuto entfernt, womit die Vilakazi Road die einzige Straße weltweit ist, in der 2 Friedensnobelpreisgewinner gewohnt haben. Am nächsten Tag haben wir eine Fahrradtour durch Soweto gemacht und über die enormen Unterschiede auf engstem Raum gestaunt, denn Rund um die Vilakazi Road, das sogenannte Beverly Hills von Soweto, sind vor den Bars schwarze Einheimische mit Ferraris und Lamborghinis oder zumindest BMW’s auf und ab gefahren, nur unweit davon hausen Leute in Bruchbuden ohne Strom und fließend Wasser (angeblich gibt es 30 „Wasserstellen“ für 30.000 Leute). Die Einheimischen waren extrem freundlich, wir haben uns nie unsicher gefühlt und wir hatten immer den Eindruck, dass sie sich richtig gefreut haben, dass sich Weiße für ihr Schicksal interessieren. Eine alte Frau wollte unbedingt ein Foto mit uns machen und hat gesagt: „thank you for coming, tell the world we are suffering!“ Wie wir schon in den Reiseführern gelesen haben und auch von unserem Guide bestätigt bekommen haben, kommen leider nur selten weiße Südafrikaner nach Soweto und auch ein Südafrikaner, den wir später in Mosambik getroffen haben, hat uns nur ganz ungläubig angeschaut und gemeint, dass er nie und nimmer nach Soweto fahren würde, ob wir wahnsinnig und lebensmüde sind….wirklich schade und leider ein Zeichen dafür, dass die gelebte Rassentrennung in Südafrika noch lange nicht überwunden ist. Es gibt laut unserem Guide aber auch unter den ärmsten Schwarzen noch sehr große Unterschiede hinsichtlich Lebensqualität, denn so wie überall auf der Welt versuchen Regierungsparteien zuerst ihre Wähler zu unterstützen, sodass die allerletzten die Hilfe bekommen die Schwarzen nicht ANC Anhänger sind.
Nach Soweto sind wir nördlich von Johannesburg zur sogenannten „craddle of humankind“ gefahren und haben dort Ausgrabungsstätten unserer Urvorfahren besucht. Nach einem Zwischenstopp in Pretoria ging es dann zur Panoramaroute rund um Sabie und dem Blyde River Canyon, für den dasselbe wir für den Fish River Canyon gilt – wirklich schön aber neben dem Grand Canyon eben nur ein Canyon für Arme.
Das nächste wirkliche Highlight war der Krüger Nationalpark, den man mit dem eigenen Auto befahren kann. Nach knapp 5 Minuten ist uns schon das erste Nashorn über den Weg gelaufen und auch die ersten Löwen und Elefanten haben nicht lange auf sich warten lassen. Büffel, Hippos, Giraffen, etc. gab es sowieso Unmengen und als wir dann einen Tipp bekommen haben, dass zwei Leoparden ganz in der Nähe sein sollen, haben wir geistig schon die Big Five abgehackt. Die Leoparden waren aber leider schon weg, nur noch Gedärme und Haut waren in den Bäumen zu finden. Nach weiteren 15 Nashörnern inkl. Baby Nashorn, zig Elefanten, Giraffen, etc. und einer schon grantigen Sylvia, die den Park unbedingt verlassen wollte und nicht mehr an einen Leoparden geglaubt hat, war es dann 2 KM vor dem Parktor so weit – ein Leopard ist in aller Ruhe direkt vor uns über die Straße gelaufen. Die Big Five an einem Tag, was will man mehr!